Genug! Nie wieder!

Globaler Aufruf für eine Neue Weltwirtschaftsordnung

Aktionsaufruf der Sozialen Bewegungen gegen den G20-Gipfel


Wir rufen dringend alle Volksbewegungen, Organisationen, Bündnisse und Netzwerke weltweit dazu auf in den Tagen bis zum und am 15. November BÜRGERAKTIONEN zu organisieren!

 
US-Präsident George Bush und andere G8-Führer haben einen Gipfel der 20 größten Länder der Welt zum 15. November einberufen, um auf die internationale Finanzkrise zu antworten. Dieser Gipfel hat den falschen Grundansatz. Er schließt viele Länder aus, deren Bürger ebenfalls unter den Auswirkungen der Krise leiden und lässt keinen Raum für die Beiträge von Bürgergruppen, sozialen Bewegungen, Volksorganisationen und andere Gruppierungen der Bürger.

Die schnelle und massive Reaktion der Regierungen der reichsten Länder zur „Rettung“ der Bank- und Finanzinstitutionen steht im starken Gegensatz zu ihrem Versagen, entscheidend auf die ungelöste Krise von Armut, Marginalisierung, Entrechtung zu reagieren, die die Mehrzeit der Völker der Welt seit so langer Zeit zu ertragen haben.
Diese Führer haben im kurzen Zeitraum von einigen Wochen mehr als 3000 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen Fonds zur Rettung privater Banken und privater Institutionen aufgebracht. 12 Jahre von Schuldenerlassinitiativen haben zu gerade mal etwas mehr als 100 Milliarden Dollar Schuldenerlass geführt, und das zu schweren Kosten für die „Begünstigten“, die alle als Vorbedingung eine neoliberale Politik freier Märkte bei sich einführen mussten.
Der elitäre Zirkel der zum Gipfel aufrufenden Regierungsführer strebt nur danach, das System zu stabilisieren, während sein wesentlicher Charakter beibehalten wird. Es ist ein System, das darauf beruht, Wohlstand und wirtschaftliche Kontrolle in den Händen weniger zu konzentrieren, die Ressourcen der Erde schrankenlos und unverantwortlich zu missbrauchen, den Fleiß und den Schweiß der Vielen auszubeuten und die Verarmung der Mehrheit fortzusetzen und zu vertiefen. Die vorgeschlagenen Reformen beinhalten noch mehr „Rettungsaktionen“ und sie geben noch größere Macht und Legitimität an solche Institutionen wie den IWF und die Weltbank, die ihrerseits einen großen Teil der Verantwortung für diese Finanzkrise wie auch für die Klima-, Ernährungs- und Energiekrise tragen. Und wiederum sind es die Völker, die dafür die Rechnung zu bezahlen haben.

Wenn jetzt nicht sofort ein alternativer Weg eingeschlagen wird, wird es große Leiden geben für Arbeiter, Bauern, normale Angestellte, Familien mit niedrigen Einkommen, Frauen und Kinder, Rentner, ländliche und städtische arme Gemeinschaften und indigene Völker; auch wird es große Schäden für das Klima und die Umwelt geben.
 
Wir sagen:

  1. Nie wieder! Es muss grundlegende strukturelle Änderungen geben, damit das globale wirtschaftliche und finanzielle System umgewandelt wird, damit Krisen wie diese nie wieder passieren.
  2. Genug! Es muss globale wirtschaftliche Strukturen und Politiken geben, die die Bedürfnisse der Menschen an erste Stelle setzen, die die Menschenrechte und soziale und ökologische Gerechtigkeit achten und fördern: Es geht um die Sicherung von anständiger Beschäftigung, nachhaltiger Lebensführung, lebensnotwendigen Dienstleistungen wie Gesundheit, Bildung, Unterkunft, Wasser und saubere Energie.
  3. Demokratisierung! Gebt den Menschen mehr Kontrolle über Rohstoffe und die Entscheidungen, die ihr Leben betreffen.


GENUG! Uns reicht es. Dieses System kann verändert werden und es muss verändert werden.


Wir rufen alle soziale Bewegungen, Volksorganisationen, Bündnisse und Netzwerke weltweit in den Tagen bis zum und am 15. November BÜRGERAKTIONEN zu organisieren! Lasst dies der Beginn von vielen, vielen Aktionen sein, mit denen wir für unsere Rechte kämpfen und die eine neue, gerechte, gleichberechtigte, demokratische und nachhaltige Weltordnung hervorbringt.
Bitte bestätigt, ob Ihr diesen Aufruf unterstützt und beabsichtigt, Mobilisierungen zu organisieren oder Euch in den Tagen hin zum und am 15. Aktionen anzuschließen. Schreibt an N15globalactionday@gmail.com
Bitte verbreitet diesen Aufruf unter Euren Mitgliedern und Verbündete. Und seid so frei, Euren Namen der Unterstützungsliste hinzuzufügen, wenn Ihr diesen Aufruf verbreitet.

Jubilee South - Focus on the Global South - Transnational Institute (TNI) - CADTM International und viele mehr (Siehe Liste der Unterzeichner).

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